Presse

UVN zur IAB-Statistik zu Überstunden

12. Juli 2016

UVN-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Müller erklärt zur Veränderung der Überstunden-Statistik des IAB und Kampagne der Gewerkschaften, dass „der sehr leichte Anstieg an Überstunden nichts ist, worüber man sich aufregen muss. Ein Grund ist die sehr positive Entwicklung des Arbeitsmarktes. Und, für fast alle Beschäftigten sind Überstunden ganz klar geregelt: Die Hälfte der Arbeitnehmer sammelt Überstunden auf Arbeitszeitkonten und bummelt sie in arbeitsschwachen Zeiten ab. Ein weiteres Fünftel bekommt teils Freizeitausgleich teils Geld. Die gut 15 Prozent der Arbeitnehmer, die keine Kompensation erhalten, gehören meist zur Gruppe der Hochqualifizierten, in deren Arbeitsvertrag bestimmt ist, dass Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind.

Dennoch, im Zuge globalisierter Märkte, demografischer Entwicklungen und einer zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft werden wir noch stärker an einer modernen und flexiblen Arbeitszeitgestaltung arbeiten müssen. Damit eine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit künftig noch besser in die Praxis umgesetzt werden kann, sollte die Höchstarbeitszeit im Arbeitszeitgesetz gemäß der europäischen Arbeitszeitrichtlinie von einer täglichen auf eine wöchentliche umgestellt werden.“

Hintergrund: Im europäischen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit der kürzesten tariflichen Jahresarbeitszeit und der kürzesten tariflichen Wochenarbeitszeit. Bei der Länge des Jahresurlaubs gehört Deutschland mit 30 Tagen zu Europas Spitzenreitern. Überstunden sind für einen flexiblen Arbeitsmarkt notwendig, um in wirtschaftlich besseren Zeiten Schwankungen aufzufangen.

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