Presse

UVN: Personen mit erheblichen Vermittlungshemmnissen brauchen eine Brücke in den Arbeitsmarkt

15. Februar 2016

UVN-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Müller zur Diskussion, Flüchtlinge vom Mindestlohn auszunehmen:

„Eine Ausnahme von den strikten Bedingungen des Mindestlohngesetzes darf kein Sonderrecht für Flüchtlinge sein.

Personen mit erheblichen Vermittlungshemmnissen brauchen insgesamt eine Brücke in den Arbeitsmarkt. Arbeitsmarktintegration braucht Zeit, wenn keine oder unzureichende Qualifikationen vorliegen. Das betrifft Menschen, die noch nie gearbeitet haben, Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte und Personen ohne ausreichende Ausbildung. Auch viele Flüchtlinge erfüllen diese Voraussetzungen.

Diesen Menschen sollte der Weg in Beschäftigung erleichtert werden, indem ihnen zwölf Monate lang eine von den strikten Bedingungen des Mindestlohngesetzes befreite Beschäftigung ermöglicht wird.

Unabhängig davon sollten die Integrationsanstrengungen auf eine Berufsausbildung ausgerichtet sein, da mehr als die Hälfte der Flüchtlinge jünger als 25 Jahre ist. Hierfür sind insbesondere Sprachkurse verbunden mit Betriebspraktika von großem Nutzen. Fraglich ist aber, ob die dreimonatige Freistellung vom Mindestlohn für Betriebspraktika diesen Integrationsanstrengungen Rechnung trägt. Deshalb sollte auch für orientierende Betriebspraktika die dreimonatige Freistellungsfrist vom Mindestlohn auf zwölf Monate angedacht werden.“

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