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UVN und Bauindustrie Niedersachsen-Bremen: Seehäfen brauchen jetzt einen Nationalen Investitionspakt

29. April 2026

Anlässlich der Maritimen Konferenz in Emden fordern die Bauindustrie Niedersachsen-Bremen und die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) einen Nationalen Investitionspakt für die deutschen Seehäfen. Die Häfen in Niedersachsen und Bremen sind eine zentrale Grundlage für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Resilienz und nationale Sicherheit, betonen die Hauptgeschäftsführer Jörn P. Makko und Benedikt Hüppe.

„Verteidigungsfähigkeit bedeutet nicht nur Panzer und Drohnen, sondern auch funktionierende Infrastruktur. Die Seehäfen sind im Spannungs- und Verteidigungsfall die logistischen Knotenpunkte für Truppenverlegungen der NATO. Marode, nicht tragfähige Brücken im Hafenhinterland und baufällige Kajen können wir uns sicherheitspolitisch nicht mehr leisten. Sie sind ein strategisches Risiko“, erklärt Makko.

UVN-Hauptgeschäftsführer Benedikt Hüppe unterstreicht ebenfalls die sicherheitspolitische Bedeutung der Hafeninfrastruktur: „Unsere Seehäfen sind systemrelevante Infrastruktur. Sie sichern Versorgung, Energieimporte, industrielle Wertschöpfung und im Ernstfall die Bündnisfähigkeit Deutschlands. Wer hier zu lange spart, gefährdet nicht nur Wachstum, sondern auch Sicherheit.“

Bauindustrie und UVN bemängeln, dass der Investitionsstau in der Hafeninfrastruktur über Jahrzehnte gewachsen ist. Dies sei längst nicht mehr nur ein wirtschaftliches Problem, sondern habe eine neue sicherheitspolitische Dimension erreicht. „Wer Häfen vernachlässigt, gefährdet die Versorgungssicherheit und die internationale Handlungsfähigkeit Deutschlands“, warnt Jörn P. Makko. Die Bauindustrie erklärt sich bereit, die notwendigen Investitionen in Hafenbecken, Kaimauern, Fahrrinnen sowie leistungsfähige Hinterlandanbindungen zeitnah umzusetzen. Voraussetzung dafür seien jedoch ein klarer politischer Wille und eine verlässliche, dauerhaft angelegte Finanzierungsgrundlage von Bund und Ländern.

Benedikt Hüppe betont: „Die jahrzehntelange Unterfinanzierung lässt sich nicht durch einzelne Sonderprogramme beheben. Wir erleben einen strukturellen Substanzverlust, der nur durch eine verbindliche, mehrjährige Finanzierungsperspektive gestoppt werden kann. Investitionen in Hafeninfrastruktur haben dabei einen mehrfachen Nutzen: Sie stärken gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, unterstützen die Energiewende, etwa beim Ausbau der Offshore-Windenergie, und erhöhen die Verteidigungs- und Krisenvorsorge. Diese Synergien müssen künftig konsequent in der Haushalts- und Investitionsplanung von Bund und Ländern abgebildet werden. Ein Nationaler Investitionspakt für die Seehäfen ist dafür der richtige und überfällige Schritt.“

Der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e.V. ist der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der Bauindustrie in den Ländern Bremen und Niedersachsen. Er nimmt alle gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen sowie fachlichen und technischen Interessen seiner Mitglieder wahr.

Die Unternehmerverbände Niedersachsen e.V. (UVN) sind die Dachorganisation für mehr als 100 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände in Niedersachsen, die Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA) und die Landesvertretung des Bundesverbands der Deutschen Industrie e. V. (BDI) sowie des ZVEI e. V. Verband der Elektro- und Digitalindustrie. Als Spitzenverband und Stimme der niedersächsischen Wirtschaft vertreten wir die wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der in unseren Mitgliedsverbänden zusammengeschlossenen über 200.000 Unternehmen mit ca. 2,6 Millionen Beschäftigten aus den Bereichen Industrie, Handel, Dienstleistungen, Sozialwesen, Handwerk und Landwirtschaft gegenüber Parlament und Regierung, den politischen Parteien, Gewerkschaften und anderen wichtigen gesellschaftlichen Gruppen. Ein wichtiges Ziel dabei ist die Wettbewerbsfähigkeit der niedersächsischen Wirtschaft im nationalen und internationalen Wettbewerb, um Standorte und Arbeitsplätze zu sichern.

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